Kohleindustrie im Raum Borna

Braunkohlenbergbau

Kein anderer Industriezweig hat das Bornaer Land so sehr geprägt wie die Förderung von Rohbraunkohle. Seit dem Aufschluss des ersten Tagebaus zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Milliarden Tonnen Erde bewegt, sind dutzende Flure und Orte vom Bergbau zerstört wurden, mussten mehrere 10 000 Menschen ihr Zuhause verlassen.

Hinterlassen haben die Bagger tiefe Einschnitte, Halden und Kippen. Heute erinnern die neu gestalteten Seen an den Bergbau im Bornaer Land. Sie sind Zeugen der gigantischen Tagebau-Anlagen der 1970er und 80er Jahre. Dagegen liegen die Gewässer auf den Gebieten der ersten industriell-erschlossenen Gruben bereits so da, als hätte es sie schon immer gegeben.

AnlageAufschlussStilllegung
Thräna, Wyhra und Neukirchen 1881 1962
Wilhelmschacht zu Gnandorf 1893 1923
Bergbau in Regis und Blumroda 1905 1954
Tagebau Viktoria in Lobstädt 1907 1934
Tagebau Dora und Helene in Großzössen 1907 1936
Tagebau Borna-Nord 1910 1942
Tagebau Deutzen 1911 1963
Tagebau der Witznitzer Kohlenwerke 1911 1949
Tagebau Böhlen-Zwenkau 1921 1999
Tagebau Witznitz-Lobstädt (Witznitz I) 1934 1949
Tagebau Espenhain 1937 1996
Tagebau Borna-Süd 1939 1970
Tagebau Witznitz II 1946 1993
Tagebau Schleenhain 1953 1991
Tagebau Haselbach 1955 1977
Tagebau Borna-Ost 1960 1985
Tagebau Peres 1966 1991
Tagebau Groitzscher Dreieck 1974 1991
Tagebau Bockwitz 1982 1992
Tagebau Vereinigtes Schleenhain 2000  

Braunkohlenverarbeitung

Mit der Einführung des Röhrentrockners im Jahr 1886 setzte die Entwicklung zur industriellen Braunkohlenverarbeitung ein. Höhepunkt fand sie in der Kohlechemie der 1930er und 40er Jahre, als es in Böhlen gelang synthetisches Benzin herzustellen. Beschleunigt wurde die Entwicklung durch die Kriegsvorbereitungen des Dritten Reiches.

Seit den Umbrüchen der Jahre 1989/90 befriedigt die Kohleindustrie unseren steten Bedarf nach elektrischer Energie. Um 1900 stand dagegen mit dem Brikett ein preiswerter Brennstoff zur Verfügung, da er einfach zu produzieren, zu transportieren und zu lagern war. Strom erzeugten die damaligen Werke vornehmlich zum Eigenbedarf – vor allem für den Betrieb der Geräte im Tagebau.

WerkInbetriebnahmeStillsetzung
Kraftwerk und Brikettfabrik Neukirchen 1887 1972
Brikettfabrik Ramsdorf 1897 1968
Wilhelmschacht zu Gnandorf 1897 1923
Viktoria Lobstädt 1901 1990
Brikettfabrik Breunsdorf 1902 1930
Kraftwerk und Brikettfabrik Regis 1903 1993
Brikettfabrik Thräna 1905 1991
Dora und Helene Großzössen 1908 1994
Brikettfabrik Haselbach 1910 1990
Kraftwerk und Brikettfabrik Borna 1911 1992
Braunkohlenwerk Deutzen 1912 1992
Kraftwerk und Brikettfabrik Witznitz 1913 1992
Industriekraftwerk Böhlen 1924 1990
Braunkohlenveredlungswerk Böhlen 1925 1990
Braunkohlenveredlungswerk Espenhain 1938 1996
Altkraftwerk Lippendorf 1968 2000
Großkraftwerk Thierbach 1969 1999
Neubaukraftwerk Lippendorf 2000