Wirtschaftsgeschichte der Witznitzer Kohlenwerke

Mit dem Bau der Brikettfabrik Witznitz endete im Bornaer Land eine Reihe bedeutender Unternehmensgründungen. Zwischen 1890 und 1910 entstanden an den Bahnlinien von Neukieritzsch nach Chemnitz und von Neukieritzsch Richtung Altenburg immer mehr neue Braunkohlewerke, die den im Tagebau gewonnenen Rohstoff zu Briketts verarbeiten konnten.

Das Witznitzer Werk nordöstlich von Borna existierte zwischen 1913 und 1992. Zunächst wurde es von einem betriebseigenen Tagebau mit Rohbraunkohle versorgt, welcher bereits 1911 nördlich des Breiten Teiches aufgeschlossen wurde. 1934 begann im Tagebau Witznitz die Großraumförderung von Braunkohle. Einher ging die Veränderung mit der Verlegung der Wyhra und dem Abbruch des Ortes Witznitz, welcher dem Werk seinen Namen gab.

Heute befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus der Stadtteil Borna-Nord und das Speicherbecken Witznitz. Orte wie die Witznitzer Kippe und natürlich die einzelnen Gebäude des Werkes, erinnern an den Bergbau auf dem jetzigen Gebiet der Stadt Borna.

Errichtung der Witznitzer Kohlenwerke

In den Jahren 1906 und 1907 erwiesen sich auf der Ortsflur Witznitz entdeckte Braunkohlenflöze als abbauwürdig. Die Förderung sollte durch die sich bereits in Betrieb befindlichen Werke erfolgen; auf dem Areal befand sich das Abbaufeld der Braunkohlen- und Ziegelwerke Borna.

Weiterlesen: Errichtung der Witznitzer Kohlenwerke

Beginn des Betriebes

Im ersten Halbjahr 1913 begann in der Fabrik der Kohlenwerke der Probebetrieb und sie nahm die Produktion von Salon- und Industriebriketts auf.

Weiterlesen: Beginn des Betriebes

Arbeiterwesen

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurden viele Beamte und Arbeiter in die Reichswehr abberufen, so auch der bisherige Bergdirektor Karl Heinrich Hurthe, welcher am 6. Oktober 1915 fiel. Sein Nachfolger war der Zivilingenieur Hauff, welcher ebenfalls zum Dienst an der Waffe eingezogen wurde. Ihm folgte kurzzeitig Ingenieur R. Hoffmann von den Beunaer Kohlenwerken bei Merseburg, die ebenfalls zur Deutsch-Österreichischen Berg­werks­gesellschaft gehörten. Hoffmann wurde von Dr.-Ing. G. Köhler als Bergdirektor der Witznitzer Werke abgelöst, er blieb jedoch dem Bornaer Standort als stellvertretender Betriebsleiter erhalten.

Weiterlesen: Arbeiterwesen

Hier ist die DEA!

Ab dem November 1921 wurden die Witznitzer Kohlenwerke von der Deutschen Erdöl-AG (DEA) gepachtet. 5 Jahre später gingen der Tagebau und die Fabrik vollständig im DEA-Konzern auf; zum 1. Januar 1927 fusionierte die Deutsche Erdöl-AG mit der Vereinigten Kohlenwerke AG, der die Werke gehörten.

Weiterlesen: Hier ist die DEA!

Erweiterung der Witznitzer Kohlenwerke

Tagebau, Brikettfabrik und Kraftwerk konnten ständig durch den Erwerb weiterer Geräte vergrößert und erneuert werden.

Weiterlesen: Erweiterung der Witznitzer Kohlenwerke

Explosion im Kesselhaus

In der Brikettfabrik Witznitz ereigneten sich immer wieder Kohlenstaubexplosionen. Schon das Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen aus dem Jahr 1916 berichtete von mehreren Verpuffungen infolge von Stempelreibung und Funkenbildung, die sich durch die Förderschnecke bis an die Entstauber der Firma Beth fortsetzten, wobei diese teilweise ausbrannten. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Weiterlesen: Explosion im Kesselhaus