Heimatblätter aus der Bornaer Pflege

Ein Blick aus der Sicht der 1920er-Jahre

Zwischen 1926 und 1931 sind 6 Hefte der „Heimatblätter aus der Bornaer Pflege“ von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde der Bezirkslehrervereine Borna und Groitzsch-Pegau verfasst und herausgegeben worden. Sie sollten großen und kleinen Leuten in der Bornaer Pflege helfen, den Blick für ihre Umgebung zu schärfen, um ihnen so die Heimat immer lieber und vertrauter zu machen.

Die Schulen der alten Amtshauptmannschaft Borna verfügten jeweils über einen Klassensatz aller Hefte und diese wurden teilweise bis 1950 im Unterricht verwendet.

Es ist der Verdienst der Lehrer und Heimatforscher Liebig, Petermann, Rupert und Weber, dass es zur Herausgabe dieser Reihe kam. In den Heften werden die historische Vergangenheit, Volkskunde und Volkswirtschaft unserer Region aus der Sicht der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts vorgestellt.

Heft 1 – Die Vergangenheit

In je zwei Erzählungen wird auf anschauliche Weise die sorbische Landnahme im 8. sowie die Christianisierung im 10. Jahrhundert den Schülern nahe gebracht. Noch heute sind diese Geschichten für den Geschichtsunterricht zu empfehlen.

Beiträge des 1. Heftes
Die Gründung des Runddorfes Hogniste
Ein sorbisches Opferfest auf dem Götterberge zu Borna
Die Einführung des Christentums in dem sorbischen Dorfe Luzeke und der Umgebung
Der Schutzheilige von Geithain

Heft 2 – Volksglauben und Sagen

In diesem Heft wird eine Auswahl von Sagen vorgestellt, die bis Beginn des 20. Jahrhunderts zum lebendigen Brauchtum in unserer Region gehörten und von Generation zu Generation mündlich weitergegeben worden sind. Noch heute gibt es ältere Personen, die sie von ihren Eltern übernommen haben. Die Autoren haben Sagen ausgewählt, in denen ein direkter Bezug zu den Gemeinden des Bornaer Landes besteht.

Beiträge aus dem 2. Heft
Vom Reiter ohne Kopf bei Hagenest
Vom Kalb ohne Kopf bei Mölbis
Von der Frau Holle
Die Bocksmarte bei Hartzdorf
Von Nixen bei Hohendorf
Das Heupferd als Kobold (Erzählung aus Trautzschen)
Vom Drachen zu Ramsdorf
Hänschensagen
Von Hexenmeistern
Vom Hutmann beim Witznitzer „Burgsterl“
Konrad von Einsiedels Heimkehr nach Gnandstein
Die Kirchtürme von Greifenhain
Der Chorknabe zu Geithain
Geisterspuk auf Burg Kohren
Die Geisterhenne von Schloß Wolftitz

Heft 3 – Volkswirtschaft, Geologie und Naturkunde

Am Beispiel der Entwicklung von Handwerk und Fabriken werden die wirtschaftlichen Umwälzungen am Ende des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert dargestellt. Die Palette erstreckt sich über die Herstellung von Gebrauchsgütern, Industrieartikeln bis hin zur Gewinnug von Bodenschätzen.

Beiträge des 3. Heftes
Vom Herrmannsbad in Bad Lausick
Geithainer Kalk
Geithainer Emaillegeschirr
Kohrener Töpferei
Bei Meister Feuerriegel in Frohburg
Der Gemüsebau um Borna
Geschichtliches von der Kürschnerei in Rötha
Die Regiser Flanschenfabrik, ihre Entstehung und Entwicklung
Im Ramsdorfer Tiefbau
Im Böhlener Tagebau
Die Pegauer Ziegeleien
Der Babuschenmacher von Groitzsch (Neu nach Gießler, Sächs. Sagen)

Heft 4 – Feuer, Pest und Missernten

Feuersbrünste, Hungersnöte und Pest sind die großen Geiseln bis in die jüngere Vergangenheit. In 11 Erzählungen werden Ereignisse nacherzählt, die sich tief ins Bewusstsein der Bevölkerung eingegraben hatten.

Beiträge aus dem 4. Heft
Der große Brand von Borna 1668
Der Brand von Meusdorf bei Kohren 1827
Feuersbrünste in Pegau
Eine Hungersnot in Geithain (1771/72)
Die Pest in Geithain 1380
Wie die Pest nach Frohburg und Greifenhain kam
Die wüste Mark Seebisch
Die Pest in Borna
Drei Pestbegräbnisse in Witznitz
Von der Pest in und um Lucka
Pegau 1850 unter „der Fahne des Todes“

Heft 5 – Landwirtschaft

Im Mittelpunkt der acht Erzählungen steht die Landwirtschaft und der Bauernstand. Von der Besiedlung im 12. Jahrhundert über Abgaben, Unterdrückung sowie dem Widerstand der Bauern dagegen, wird berichtet. Dazu gehört auch, wie man versuchte den Schankzwang zu umgehen oder nach welchen Regeln die Fluren zu bewirtschaften waren.

Beiträge des 5. Heftes
Deutsche Bauern besiedeln die Bornaer Pflege
Der Niedergang des Bauernstandes
Von den Bauern zu Zedtlitz und Neukirchen (1450)
Vom Bauernkrieg in den Ämtern Borna und Altenburg
Der Breunsdorfer Bierkrieg (1606)
Der Bauer in der Knechtschaft

Heft 6 – Der Bauernstand

Das späte 19. und das 20. Jahrhundert war das Zeitalter der Industrialisierung. Doch es gab auch bemerkenswerte Ansätze, um Landwirtschaft und Gewerbe zu verändern. Aus dieser Sicht verdienen die Erzählungen im letzten Heft der Reihe besonderes Augenmerk, da sie noch für unsere heutige Zeit manche Anregung beinhalten.

Beiträge aus dem 6. Heft
Vom Webersohn zum Rittergutsherrn
Die Befreiung des Bauernstandes
Sitten und Gebräuche bei der Ernte in der Bornaer und Altenburger Gegend
Von bäuerlichen Sitten und Gebräuchen im Jahreslaufe
Die Friesensche Gartendirektion in Rötha
Die Saatgutzüchterei in Trautzschen
Die Sahliser Schweinezucht
Vom Dreschen