Fremde · Nähe · Heimat – 200 Jahre Napoleon-Kriege

Ein Werk mehrerer Autoren – bearbeitet und herausgegeben von Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Dr. Stephan Theilig mit Unterstützung des Heimatvereins des Bornaer Landes e. V.,
2014 bei Pro Business Berlin erschienen, 228 Seiten.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
http://d-nb.info/1051042445

Inhaltsbeschreibung:

Erinnerungsorte sind Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses einer sozialen Gruppe. Dieses allgemeine Postulat gilt für den Gegenstand dieses Bandes gleich in zweierlei Hinsicht: Die Napoleonischen Kriege und mit diesen die Tatarengräber Sachsens und Brandenburgs sind sowohl ein fester Bestandteil der Erinnerungslandschaft der tatarischen Völker als auch – da eingebettet in die Regionen Ostdeutschlands – im kulturellen Gedächtnis der dortigen deutschen Bevölkerung verankert. Welche Bilder, Erzählungen, Aktivitäten in Kultur, Wissenschaft und Pädagogik diese Erinnerungsorte auszulösen vermögen, dokumentiert dieser Band. Er vereint eine Vielzahl von Aufsätzen und Vorträgen namhafter Wissenschaftler und Kulturakteure aus Deutschland, Polen, Litauen, der Ukraine und der Republik Tatarstan. Damit belegt er eindrucksvoll, dass der „Orient“ uns näher ist, als wir allgemein hin annehmen und seine Lebenswelten Teil unserer Geschichte und kulturellen Identität darstellen.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Wolga-Tataren: Aspekte der politischen, kulturellen und religiösen Geschichte (Iskander Gilyazov)
Ancient customs and traditions of Lithuanian Tatars (Adas Jakubauskas)
Auf den Spuren der Geschlagenen – Muslime in der Grande Armée (Stephan Theilig
)
Das Tatarengrab von Kleinbeucha (Helmut Hentschel)
Zur Rolle der Tatarengräber Mitteldeutschlands als deutsch-tatarische Erinnerungsorte (Mieste Hotopp-Rieke)
Zur Geschichte der krimtatatarischen Reiterpulks des Russländischen Imperiums (1784–1918) (Temor Kurshutov)

Facetten einer neuen Zeit – Magdeburg unter französischer Herrschaft (1806–1814) (Ralf Regener)

Zu den baschkirischen und tatarischen Gesängen aus den napoleonischen Kriegen (Ildar Kharissov)
Zu einer von Gasprinskis publizierten Informationsbroschüren (İsmail Asanoğlu Kerim)
Tatar-german history as a medium of intercultural education (Marat Gibatdinov)

Current linguistic situation in Dagestan in the context of possible ratification of the European charter for regional or minority languages by the Russian Federation (Ramazan Alpaut)

Historisches Bewusstsein und Volksdiplomatie: „Verbunden durch Geschichte und Gegenwart: Deutsche Gräber in Tatarstan – Tatarische Gräber in Deutschland“ (Venera Gerasimov-Vagizova)

Jusufs Grab (Nasur Yurushbaev)
Мир татар – Я татарка (Gulnaz Valeeva)
Das Tatarengrab Kleinbeucha als Medienprojekt: Das Schülerfernsehen Kitzscher (Sophie Lodderstedt und Fabienne Beutner)
„Via Turcorum“. Das Festival InterCultura ‘13 in Leipzig im 200. Jahr der Völkerschlacht (Wolf-Dieter Siewert und Mieste Hotopp-Riecke)
Das politische Verhältnis des Russischen und Sowjetischen Reiches zu unterdrückten Völkern: Die Krimtataren – Kampf um die Selbsterhaltung eines europäischen Turkvolkes (Ali Khamzin)
Die Rückkehr eines Volkes, das die Vernichtung überlebte (Marija Teterjuk)
Anhänge

– Abbildungen
– Grußworte und Dokumente

– Autoren und Mitarbeiter