Aus drei Viertel-Jahrhunderten (Bd. II 1866–1885)

Geschrieben von Graf Friedrich Ferdinand von Beust,
1887 im Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung Stuttgart erschienen; 579 Seiten.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:
http://d-nb.info/365271330

Aus dem Inhalt:

In meinem ganzen Leben gab es vielleicht für mich keinen Tag grösserer Ueberraschung als jener war, an dem ich meine Berufung in den österreichischen Dienst vernahm. Ueberraschend war diese Berufung allerdings vorzugsweise in Folge der Umstände, unter denen sie erfolgte, denn lange zuvor hatte ich davon mehr als einmal gehört, aber nie daran geglaubt, und, in voller Aufrichtigkeit darf ich sagen, nie hatte ich mich in einem solchen Wechsel meines Geschickes hineingeträumt. Ich hing mit ganzer Seele an meinem Geburtslande und mit ausschliesslicher Treue an dessen Herrscherhaus. Kühn darf ich jeden herausfordern, der mir ein geschriebenes oder gesprochenes Wort nachweisen wollte, als habe ich einen andern Ehrgeiz gehabt, als beiden zu dienen. Das von meinem unvergesslichen Könige einst zu einer mir befreundeten Person gesprochene Wort: „Ich möchte ihn, wenn’s ginge, wohl auf ein Jahr ausleihen,“ konnte mich nur in der Denkungsweise bestärken. In dem nachsichts- und verständnisvollen Vertrauen dieses trefflichen Fürsten fühlte ich mich glücklich; die Rolle, die mir in den Verhandlungen der deutschen Bundesangelegenheiten vergönnt war, genügte meinem Gedankenflug vollständig, und wenn ich mir Komplimente wie das des Kaisers Napoleon: „C’ est un aigle en cage“ gern gefallen liess, so störten sie mich nicht in meiner Gemüthsruhe.

2. Abschnitt. 1866–1871.
I. Kapitel. 1866.
Meine Berufung in den österreichischen Dienst. – Noch einmal die vorhergehende Zeit in Wien. – Meine Pariser Mission. – Nikolsburger Prälimimaren. – Die Vergessenheit des Exils.
II. Kapitel. 1866.
Incognito-Minister in Gastein. – Die erste Aufwartung beim Kaiser in Ischl. – Brief des Königs. – Reise nach der Schweiz und nach dem Rhein. – Aufwartung und Verpflichtung in Prag. – Kardinal Fürst Schwarzenberg und Graf Belcredi. – Die drei Brüder Thun. – Einzug auf dem Ballplatz und Ansprache an das Personal.
III. Kapitel. 1866.
Ein Rückblick.
IV. Kapitel. 1866 (letzte Monate).
Ministerium und diplomatisches Corps. – Die damalige anti-preussische Stimmung in Wien.
V. Kapitel. 1866.
Der Kaiser. – Graf Belcredi. – Die österreichische Politik in Deutschland, Italien und dem Orient.
VI. Kapitel. 1866.
Oesterreichs Aufgaben im Orient. – Mein Programm enthalten im ersten Rothbuch. – Meine Depesche vom 1. Januar 1867. – Revision des Pariser Vertrags. – Räumung der Citadelle von Belgrad.
VII. Kapitel. 1866.
Liberal oder reaktionär? – Der aufgeklärte Despotismus. – Der Ausgleich mit Ungarn.
VIII. Kapitel. 1867.
Der Ausgleich mit Ungarn (Fortsetzung). – Fortsetzung des ausserordenlichen Reichsraths. – Konflikt mit Graf Belcredi. – Dessen Rücktritt. – Wiederinkraftsetzung der Februar-Verfassung.
IX. Kapitel. 1867.
Bildung des Ministeriums. – Baron Becke, Baron Kellersberg, Ritter von Hasner, Graf Taaffe, Ritter von Hye. – Auflösung der Landtage von Böhmen, Mähren und Krain. – Erfolgreiche Neuwahlen. – Thronrede. – Die Adressdebatte. – Die Galizianer. – Meine Reden in beiden Häusern. – Das Polizeiministerium.
X. Kapitel. 1867.
Die geheimen Verträge Preussens mit den süddeutschen Staaten. – Die Tauffkirchen’sche Mission. – Dr. Busch im „Unser Reichskanzler“. – Eine nicht bekannte Depesche. – Luxemburger Streit. – Der Sultan in Wien. – Mein hoher Rang. – Tod des Kaisers Maximillian.
XI. Kapitel. 1867.
Besuch des Kaisers Napoleon und der Kaiserin Eugenie in Salzburg. – Die wirklichen Abmachungen. – Reise des Kaisers nach Paris. – Begegnungen mit dem König von Preussen in Oos. – Der Kaiser in Paris. – Meine Unterredung mit Erzbischof Darbois. – Bankett im Hôtel de ville.
XII. Kapitel. 1867.
Mein längerer Aufenthalt in Pest vor der Krönung. – Ueber Popularität. – Fiesco in Ofen. – Die ungarischen Damen. – Die Krönung. – Hochherziges Wort des Kaisers. – Das Bankett im Redoutensaal. – Ursprung des Reichskanzlertitels. – Die ersten Anfänge der Konkordatsfrage. – Die Adresse der 25 Bischöfe und deren Zurückweisung. – Mein Schreiben an Kardinal Rauscher.
XIII. Kapitel. 1867.
Der ungarische Ausgleich noch einmal im Abgeordneten Hause. – Die Sanktion der Staatsgrundgesetze. – Mühevolle Bildung des Bürger-Ministeriums-Ehrenbürger von Wien und anderen Städten. – Kaiserliches Handschreiben.
XIV. Kapitel. 1868.
Die erste Delegation. – Das Rothbuch. – Zwischenfall der hannöverischen Pässe. – Meine Kollegen des Kriegs und der Finanzen. – Baron Orczy.
XV. Kapitel. 1868.
Nachtheilige Folgen des Reichkanzlertitels. – Die Einmischung in innere Angelegenheiten. – Der Protestant. – Die Botschafter in Rom, Baron Hübner und Graf Crivelli. – Die konfessionellen Gesetze im Herrenhause. – Die Szenen des 21. März. – Ueber Attentate.
XVI. Kapitel. 1868.
Bedauerliche Friktionen.
XVII. Kapitel. 1868.
Der deutsch-österreichische und der österreichisch-englische Handelsvertrag. 1865, 1867, 1868 und 1875. – Nachtragskonvention und der offene Brief.
XVIII. Kapitel. 1868.
Telegraphen-Kongress. – Schützenfest.
XIX. Kapitel. 1868.
Galizische Angelegenheiten. – Meine vielseitigen Beziehungen zu denselben.
XX. Kapitel. 1868.
Wehrgesetz. – Delegation in Pest. – Verleihung der Grafenwürde.
XXI. Kapitel. 1869.
Der kretensische Aufstand.
XXII. Kapitel. 1869.
Ueber die Presse im Allgemeinen. – Artikel, welche Schatten vorauswerfen.
XXIII. Kapitel. 1869.
Besuch des Grafen Bismark in Dresden. – Briefe des Königs Johann über Bismark’s Verstimmung gegen mich. – Die belgisch-französische Eisenbahn-Verhandlung und der österreichische Generalstabs- Bericht über 1866. – Beides Gravamina gegen mich. – Gegenseitige Abrüstung. – Meine Aufwartung bei der Königin Augusta in Baden. – Besuche des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Wien und des Erzherzogs Karl Ludwig in Berlin.
XXIV. Kapitel. 1869.
Die unabhängige Wiener Presse bei den Differenzen mit Preussen auf meiner Seite. – Die dritte Delegation in Wien. – Meine Rede über Rothbuch, über die Beziehungen zu Frankreich und Deutschland. – Parlamentarisches Zwiegespräch mit Graf Rechberg über schleswig-holsteinische Episoden.
XXV. Kapitel. 1869.
Das Panorama-Jahr. – Kaiserreise nach Aggram und Triest – Aufwartung in Baden-Baden und Begegnung mit Fürst Gortschakow von Ouchy.
XXVI. Kapitel. 1869.
Die kirchliche Frage in der Delegation. – Die Depeschen wegen des Konkordates und wegen des Konzils. – Bischof Rudigier und Fürst Sanguszko.
XXVII. Kapitel. 1869.
Kaiserliche Orientreise
XXVIII. Kapitel. 1869.
Kaiserliche Orientreise (Fortsetzung) – Konstantinopel
XXIX. Kapitel. 1869.
Kaiserliche Orientreise (Fortsetzung) – Athen, Jaffa, Jerusalem, Suez-Kanal.
XXX. Kapitel 1869.
Kaiserliche Orientreise (Schluss). – Kairo, Alexandrien, Florenz, Triest.
XXXI. Kapitel. 1869.
Anfang der Tage, von denen es heißt: sie gefallen mir nicht. – Die cisleithanische Ministerkrise.
XXXII. Kapitel 1870.
Ministerium Potocki. – Das erste Wetterleuchten im Westen.
XXXIII. Kapitel 1870–1871.
Der deutsch-französische Krieg. – Oesterreich-Ungarns Stellen zu demselben
XXXIV. Kapitel. 1870.
Die Nachklänge von 1870 im Jahre 1873. – Thiers und Gramont.
XXXV. Kapitel. 1870.
Neutralität und Kriegsbereitschaft. – Die Haltung Russlands. – Die Leistungen der Neutralen.
XXXVI. Kapitel. 1870.
Zugaben von 1870 neben dem deutsch-französischen Krieg. – Proklamirung der päpstlichen Unfehlbarkeit und Hinfälligkeits-Erklärung des Konkirdats.
XXXVII. Kapitel. 1870.
Fortsetzung. – Zwei Untoward Events. – Die Okkupation Rom’s und die Zerreissung des Pariser Vertrages.
XXXVIII. Kapitel. 1870.
Das Schwarze Meer und die Czechen. – Galizien. – Brody. – Klaczko.
XXXIX. Kapitel. 1870.
Die Beziehungen zu Deutschland nach dem Ausbruch des Krieges.
XL. Kapitel .1871.
Die letzten Delegations-Verhandlungen. – Ende gut, Alles gut. – Klaczko, Kuranda und Giskra
XLI. Kapitel. 1871.
Ministerium Hohenwart.
XLII. Kapitel. 1871.
Meine letzte Delegations-Sitzung
XLIII. Kapitel. 1871.
Die Tage von Gastein. – Fürst Bismarck.
XLIV. Kapitel. 1871.
Die Tage von Gastein. – Kaiser Wilhelm. – Die zweite Salzburger Entrevue.
XLV. Kapitel. 1871.
Die herannahende innere Krise.
XLVI. Kapitel. 1871.
Auf der Bresche geblieben. – Gesundheits- und andere Rücksichten.
XLVII. Kapitel. 1871.
Die Aufnahme meines Rücktrittes. – Presse und Adressen.
XLVIII. Kapitel. 1883.
Donec eris felix multos numerabis amicos.
3. Abschnitt. London und Paris. 1871–1882.
I. Kapitel. 1871–1873.
Ankunft in London. – Nebel und doch kein Spleen. – Old England for ever. – Lord Granville. – Diplomatisches Corps – Graf Bernstorff und Graf Münster. – Der Hof. – Königin. – Prinz und Prinzessin von Wales. – Herzogin von Cambridge.
II. Kapitel. 1872–1882.
Die Erinnerung des Botschafters im Allgemeinen. – Salzburg und Wien. – Grillparzer-Requiem. – Human Imperfection. – Genesung des Prinzen von Wales. – Thanksgiving. – Holland House. – Prinz Liechtenstein. – Mein Debut als Chairman. – Dinners und Speeches. – An anxious moment.
Ein Nachtrag zum IX. Kapitel des zweiten Abschnitts.
III. Kapitel. 1883–1885.
Abgerissene Gedanken aus Vergangenheit und Gegenwart.