Aus drei Viertel-Jahrhunderten (Bd. I 1809–1866)

Geschrieben von Graf Friedrich Ferdinand von Beust,
1887 im Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung Stuttgart erschienen; 426 Seiten.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:
http://d-nb.info/365271322

Aus dem Inhalt:

Der Titel, unter welchem ich meine Erinnerungen einführe, wird vielleicht etwas weitgreifend, ja vermessen gefunden werden, nachdem mein gesamtes Leben nicht viel mehr als die für die Erinnerungen gewählte Anzahl von Jahren umfasst. Meine Leser werden jedoch alsbald nach Einsicht der ersten Seiten erkennen, dass meine „Erlebnisse“ bis in die ersten Jahre der Kindheit und jene der ersten Jugend zurückreichen, wenn auch die an deren Erinnerung sich knüpfenden „Betrachtungen“ dem reiferen Alter entstammen. Ich halte inzwischen mit dem Bekenntnis nicht zurück dass es ursprünglich gar nicht in meiner Absicht lag, ein den grösseren Theil des Jahrhunderts berührendes Geschichtswerk in der Gestalt einer Autobiographie zu schreiben. Dieser kühne Gedanke kam mir erst, als ich Muse gefunden hatte, mich an das zu machen, was man gemeinhin Memoiren zu nennen pflegt, wenn auch zuweilen für dieselbe Sache andere Namen gewählt werden. Es mag Memoiren geben, denen man nach ihrem Erscheinen mehr Interesse und mehr Bedeutung zuerkannt hat, als dies meinen Aufzeichnungen vorbehalten ist; ich glaube aber nicht, dass man sich jemals so viel mit Memoiren vor ihrem Erscheinen beschäftigt hat, als dies mit den meinigen der Fall war.

1. Abschnitt. 1809–1866.
Vorrede
I. Kapitel. 1809–1830.
Lebens-Anfang und Berufs-Anfang. – Die Schlacht von Leipzig. – Die französische Zeit in Sachsen. – König Friedrich August. – Die Göttinger Universität. – Meine Absicht, Dozent zu werden – Und mein Eintritt in den diplomatischen Dienst. – Der undankbare Sohn der Revolution.
II. Kapitel. 1830–1838.
Die Juli-Revolution und ihr Rückschlag. – Die Haltung Europa’s – Fürst Metternich. – Meine Verwendung im Innern und Aeussern. – Meine erste Mission. – Berlin mein erster Posten.
III. Kapitel. 1830–1848.
Paris–München–London.
IV. Kapitel. 1848.
Die Februar-Revolution und das Jahr 1848. – Meine erste aber imperfekte Ernennung zum Minister. – Gesandter in Berlin.
V. Kapitel. 1849.
Rücktritt des sächsischen Ministeriums. – Meine zweite, diesmal effektive Berufung.
VI. Kapitel. 1849.
Die Reichsverfassung und der Mai-Aufstand
VII. Kapitel. 1849.
Nach dem Aufstande. – Was ist Reaktion?
VIII. Kapitel. 1849.
Das Drei-König-Bündnis. – Die ersten Zerwürfnisse mit Berlin. – Die Pillnitzer Entrevue. – Mein erster Ausflug nach Wien.
IX. Kapitel. 1849–1850.
Die innern Angelegenheiten. – Der sogenannte Staatsreich von 1850. – Die Universität.
X. Kapitel. 1850.
Bundestag redivivus. – Kurhessischer Konflikt. – Krieg in Sicht. – Olmütz.
XI. Kapitel. 1851.
Dresdner Konferenzen. – Bundestags-Komplot. – Ausflug. – Nach London und Frankfurt. – Bismarck.
XII. Kapitel.1851–1859.
Preussen am Bundestag
XIII. Kapitel. 1852.
Die erste Zollvereins-Krise.
XIV. Kapitel. 1852.
Kaiser Nikolaus in Dresden
XV. Kapitel. 1853–1854.
Minister des Innern und Aeussern. – Die Dresdner Polizei. – Tod des Königs Friedrich August und Regierungsantritt des Königs Johann. – Der Krimikrieg.
XVI. Kapitel. 1854–1856.
Krimikrieg, Fortsetzung. – Eine Aufklärung. – Oesterreich an der Schwelle des Krieges. – Die geheime Januar-Depesche. – Gastein und Graf Buol. – Meine erste Begegnung mit Napoleon III. – Meine Korrespondenz mit Graf Nesselrode. – Die Mission des Baron Seebach. – Nach Petersburg. – Der Pariser Frieden.
XVII. Kapitel. 1856–1858.
Die politische sorgenfreien Jahre. – Festlichkeiten bei Hof und Diplomatie und in meinem Haus. – Hohe Besuche in Dresden. – Erkrankung Friedrich Wilhelm’s IV. – Tod des Ministers Zschinski. – Die Restauration der Albrechtsburg. – Trauer in der königlichen Familie.
XVIII. Kapitel. 1859.
Der italienische Krieg. – Meine Besprechungen in Berlin, München, Karlsruhe, Paris, London und Frankfurt.
XIX. Kapitel. 1859.
Italienischer Krieg, Fortsetzung. – Die sächsischen Kammern. – Fürst Gortschakow. – Besuch in Wien. – Die Würzburger Konferenz. – Die Schiller-Feier.
XXI. Kapitel. 1862.
Die zweite Zollvereins-Krise. – Zweite Londoner Industrie-Ausstellung. – Begegnung mit Bismarck in Paris, sein Eintritt in das Ministerium und seine Korrespondenz mit mir.
XXII. Kapitel. 1863.
Der zweite polnische Aufstand. – Ich in Berlin und Bismarck in Dresden. – Das deutsche Turnfest in Leipzig.
XXIII. Kapitel. 1863.
Frankfurter Fürstentag.
XXIV. Kapitel. 1863–1864.
Tod des Königs von Dänemark. – Die schleswig-holsteinische Sache am Bund und in der Kammer. – Die Londoner Konferenz.
XXV. Kapitel. 1863–1864.
Deutsch-dänischer Krieg. – Die Londoner Konferenz.
XXVI. Kapitel. 1864.
Die Londoner Konferenz.
XXVII. Kapitel. 1864.
Die Londoner Konferenz (Fortsetzung).
XXVIII. Kapitel. 1864–1865.
Der deutsch-dänische Frieden und die Entfernung der Bundestruppen. – Die grossmächtlichen Widersprüche. – Der Gasteiner Vertrag und mein Besuch in Wien. – Eine geschichtschreibende Depesche.
XXIX. Kapitel. 1866.
Das Jahr der Entstehung, das letzte Halbjahr des Deutschen Bundes.
XXX. Kapitel. 1866.
Rückblick an der Schwelle einer neuen Zeit.
XXXI. Kapitel. 1866.
Die Vorläufer des Krieges.
XXXII. Kapitel. 1866.
Ausbruch und Aufbruch.
XXXIII. Kapitel.1866.
Die hoffnungsvollen Tage in Prag und die sorgenvollen Tage in Wien. – Der Krieg geht zu Ende und ich mit ihm.