Heimatblätter – Beiträge a. d. Altenburger und Bornaer Land (15)

2014 vom Heimatverein des Bornaer Landes e. V. herausgegeben.

Beiträge aus dem Altenburger und Bornaer Land mit einem Schwerpunkt zu den Bodenschätzen unserer Region.

Aus dem Inhalt:

Es ist bereits die dritte Publikation, die der Heimatverein des Bornaer Landes gemeinsam mit der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes in Altenburg herausgibt und die Fünfzehnte seiner Heimatblätter seit der Vereinsgründung in den ersten Nachwende-Jahren.

Dieses Mal lag der Edition der Gedanke zu Grunde, den Blick auf die natürlichen Ressourcen des Bornaer Landes zu richten. So werden auf einer geologischen Schiene: Erde, Lehm, Braunkohle, Salz und Kalk abgehandelt. Dabei wird die Geologie nur soweit angesprochen, wie dies für das Verständnis der sich mit der Historie beschäftigenden Einzelbeiträge nötig ist. Die Autorenschaft ist kompetent und mit ihrem Metier vertraut. Begonnen wird mit dem Schatz des Bornaer Landes, seinem fruchtbaren Boden. Er war es, der vor Jahrtausenden die Menschen anzog sich auf Dauer niederzulassen, um hier ihr gedeihliches Auskommen zu suchen und zu finden.

Eberhard Arzt aus Dresden widmet sich in seinem Beitrag einem Ereignis mit dem unsere Region in den Fokus der Geschichte rückte: Das Siedelunternehmen Wiprecht II. im Merseburger Bannforst. Das ist der Landstrich zwischen Wyhra und Mulde. Der Autor liefert völlig neue Aspekte für die Betrachtung der nachhaltigen Aufsiedlung jenes waldwilden Landstriches und die Herkunft von deren Protagonisten. Etwas tiefer in die geologische Vergangenheit, die Eiszeit, führen dann die zwei nächstfolgenden Beiträge. Auf die seit Jahrhunderten in der Region bewährte ländliche Lehmbauweise richtet, von aussagefähigen Bildmaterial unterstützt, Dietmar Schäfer den Blick. Folgerichtig wird mit dem darauf folgenden Beitrag von Hartmut Rössler auf die Bedeutung des Lehms für die industrielle Ziegelherstellung im Leipziger Raum übergeleitet.

Dann kommen mit Andreas Klöppel, Dieter Salamon und Gustav Wolf drei Altenburger zu Wort. Ihr Thema ist die alte Dorfschmiede in Thräna. Nach einem Blick auf das Schmiedehandwerk im Altenburger Land im Allgemeinen wird die Architektur des eindrucksvollen Bauwerkes im Besonderen vorgestellt und schließlich ein Blick auf die historische Entwicklung dieser ländlichen Produktionsstätte geworfen. Schließlich wird noch auf ein Kleinod aufmerksam gemacht, das heute völlig aus dem Bild unserer Dörfer verschwunden ist, nämlich die Käsekiste an der Thränaer Schmiede. Schon allein ihretwegen lohnt sich ein Blick in die Neuerscheinung des Heimatvereins des Bornaer Landes.

Nun erfolgt ein großer zeitlicher Sprung in die Tiefen der geologischen Vergangenheit: Prof. Dr. Fritz Hönsch nimmt den Leser mit in den Schoß der Erde, in das Tertiär, indem der Leipziger die Geschichte der Grube „Margaretha“ in Espenhain erzählt. Er berichtet zunächst über das Leben des guten Geistes dieses Tiefbauunternehmens, den Bergdirektor Hermann Eugen Müller, um dann von den auftretenden Widerlichkeiten bei der Abteufung des Schachtes, von Wassereinbrüchen, Erdfällen, sich einstellenden ersten Erfolgen und schließlich dem endlosen Ende der „Margaretha“ zu berichten.

Aus dem Erdmittelalter gibt es im Bornaer Land keine Hinterlassenschaften. Daher wird als Letztes ein großer Sprung ins Erdaltertum gemacht, das Perm, genauer gesagt in die Ära des Zechsteins mit seinen Salz- und Dolomitvorkommen. Mit der Salzsiederei beschäftigt sich Tylo Peter. Sein Beitrag „Salz - ein unentbehrliches Lebensmittel und Politikum“ schlägt den Bogen von den Salzsiedern der Bronze- und frühen Eisenzeit in der Elsteraue, über die Bedeutung des Salzregals für die Städte der frühen Neuzeit (dargestellt am Beispiel seiner Heimatstadt Pegau), um schließlich die Rede auf einen fehlgeschlagenen Versuch, Sole im Raum Groitzsch zu erbohren, zu lenken. Den Exkurs in die Geologie vollendet Dr. Gottfried Senf, der unter anderem auf die Kalkbrennerei im Geithainer Raum und ihre Hinterlassenschaften verweist. Sein Beitrag ist zugleich eine Hommage an den bekannten verstorbenen Geithainer Heimatfreund Hans-Joachim Diederichs.

Aus dem weiteren Inhalt:

AutorBeitrag
Steffen Dorer Vorwort
Eberhard Arzt Das Siedlungsunternehmen Wiprecht II. im Merseburger Bannforst
Dietmar Schäfer Seit Jahrhunderten bewährt – die Lehmbauweise
Hartmut Rössler Geschichte der Ziegelherstellung im Leipziger Raum
Andreas Klöppel Das Schmiedehandwerk im Altenburger Land
Dieter Salamon Die alte Schmiede in Thräna
Gustav Wolf Die historische Entwicklung der Schmiede in Thräna
Andreas Klöppel Die Käsekiste an der Thränaer Schmiede
Prof. Dr. Fritz Hönsch Die Grube „Margaretha“ in Espenhain und ihr Bergdirektor Hermann Eugen Müller
Dr. Gottfried Senf Kalk, Ziegel, Sand – einst in Geithain auf hohem Stand
Tylo Peter Salz – ein unentbehrliches Lebensmittel und Politikum
  Festschrift: 800 Jahre Stadt Groitzsch
  Publikationen – Fundgrube für den Heimatforscher