Heimatblätter aus der Bornaer Pflege

Bei Meister Feuerriegel in Frohburg

Den Kohrener Marktplatz schmückt ein schöner Brunnen, der den Töpfer bei seiner Arbeit zeigt. Jeder Stein und jeder Ziegel ist eine leuchtende Kachel. Das Kunstwerk ist ein Erzeugnis der Frohburger Töpferei, des Meisters Feuerriegel in der Töpfergasse, den wir besuchen wollen.

In den unteren Räumen arbeiten die Geschirrtöpfer, in den lichten Sälen oben formen und bemalen die Gehilfen, die Modellierer, die Kunstgegenstände; aber in seiner Werkstatt sitzt Meister Feuerriegel allein.

Seine ganze Umgebung regt ihn zu fortwährender Arbeit an. An den Wänden stehen in Regalen lustige Tierformen; fast alle sind sie vertreten, die Enten und Hühner, die Hunde und Katzen, die Gemsen und Steinböcke u. a., fein geformt, in eigenartigen Farben glasiert, als Schmuck oder Gebrauchsgegenstand verwertet. Prachtvolle Vasen in edlen Formen von der kleinen Blumenvase an bis zur meterhohen Prunkvase mit reichem Schmuck bilden eine bunte Reihe. Prächtige Teller, herrliche Schüsseln und zierliche Dosen, bald in den Frohburger Farben rot und gelb, bald in fein abgestimmten Tönen, haben hier eine Stätte gefunden. Auch eine tönerne Weihnachtskrippe ist zu sehen. An den Wänden hängen große Schmuckkacheln, und in Stubenmitte steht ein Prunkofen mit wundervollen alten Kacheln.

Zwischen allen diesen Herrlichkeiten, die dem Auge immer aufs neue gefallen, arbeitet der Meister. Vor ihm steht eine schwere Staffelei mit einem mächtigen Tonballen. Ganz seinem Schaffen hingegeben, formt und drückt er bald mit dem Daumen, bald mit dem Modellierholze; zuweilen nimmt er mit der Drahtschlinge auch kleine Tonteilchen weg, bis nach tagelanger mühevoller Arbeit die Umrisse eines neuen Denkmales sichtbar werden. Kopf um Kopf und Blüte um Blüte wächst aus dem toten Stoffe heraus und erwacht zum Leben.

Ist solch ein Kunstwerk endlich zur Zufriedenheit ausgefallen, so wird es in Gips abgegossen. Aus der entstandenen Form, die den Gegenstand verkehrt darstellt, bilden die Modellierer Stück für Stück in ton, lassen es trocknen, stecken es zum Schutze vor dem Feuer in Chamotteformen und brennen es schließlich im Muffelofen. Dabei ist große Vorsicht geboten; denn leicht verzieht sich ein Stück im Brande; es wird auch rissig und damit wertlos.

Wenn aber der Brand geglückt ist, so wird jedes Stück glasiert, nicht wie bei den Gebrauchsgegenständen der Töpfer einfach mit Glätte übergossen, sondern die Glasur wird vorsichtig mit dem Pinsel aufgetragen, nicht zu schwach, da deckt sie nicht, aber auch nicht zu stark; denn dann fließt sie und verdirbt den geschmackvollen Eindruck.

Der Meister aber ist überall. Bald bildet er selbst, bald überwacht er die Arbeit der Gehilfen, bald beschäftigt er sich mit dem Entwurfe eines neuen Kunstwerkes. Stift und Pinsel bringen in wenigen Minuten einen neuen Gedanken auf das Papier, der dann in sorgfältiger Kleinarbeit in allen seinen Teilen ausgeführt wird.

„Arbeit und Fleiß, das sind die Flügel, die tragen über Tal und Hügel.“