Kohleindustrie im Raum Borna

Tagebau Böhlen-Zwenkau (1921–1999)

Informationen
Lage: ehem. Tagebau s von Leipzig
Besonderheiten: der Tagebau Böhlen war der erste Großtagebau in Mitteldeutschland – mit dem Fortschreiten Richtung Leipzig erfolgte in den 1960er Jahren die Umbenennung in Tagebau Zwenkau
Belieferte Werke: Braunkohleveredlungswerke Böhlen, Großkraftwerk Böhlen, Altkraftwerk Lippendorf
Abbauverlauf: Aufschluss östlich der Stadt Böhlen am heutigen Rundteil, dann nach Nordost drehend, westlich der Stadt Zwenkau vorbei bis an die Grenzen der Stadt Markkleeberg, entgegen dem Urzeigersinn an Zwenkau vorbei bewegend
Verlorene Orte: Zeschwitz (1953)
Großdeuben-West (1956–1964)
Hartmannsdorf (1957–1960)
Westteil von Gaschwitz (1964/65)
Prödel (1969/70)
Westteil von Großstädteln (1971/72)
Teile von Zwenkau-Nord (1971–1975)
Wüstung Budigast (1973)
Cospuden (1973)
Südl. Teile von Zöbigker ( 1978/79)
Bösdorf (1980–1982)
Eythra (1983–1987)
Teile von Knauthain (1984/86)
Wüstung Mückenhain
Wüstung Weiße Mark
Verlorene Flure: Waldgebiet „Harth“
Aue der Weißen Elster
Betroffene Menschen: rund 8700
Heutige Spuren: Hochhalde Lippendorf
Rundteil am Industriestandort Böhlen-Lippendorf
Zwenkau See
Cospudener See
Landinanspruchnahme: 3582,6 ha
Rohkohleförderung: 586 Mio. t
Abraumbewegung: 1450 Mio. m3
Zeitleiste
1921 Beginn der Aufschlussarbeiten
1924 Beginn der Kohleförderung
1927 Bruch des Dammes nördlich der Spülkippe
1930 Inbetriebnahme der Abraumförderbrücke (I)
1937 Einsturz der Förderbrücke (I) nach Gewitterböe
1939 Neue Förderbrücke (II) nimmt Betrieb auf
1955 Auslegerverlängerung Abraumförderbrücke (II) von 110 auf 128 m
1960 Weitere Auslegerverlängerung von 128 auf 153 m
1969 Umbenennung von Tagebau Böhlen in Tagebau Zwenkau
1981 Aufschluss des Teiltagebaus Cospuden
1994 Umstellung auf Bandbetrieb
1998 Abraumförderbrücke (II) geht außer Betrieb
1999 Stilllegung des Tagebaus
Weitere Hinweise
Im Südraumarchiv: AG Sächsische Werke in Böhlen
Im Böhlener Tagebau
Vorhandene Chroniken: Chronik von Böhlen und Stöhna 
Böhlen – Vom Rittergut zur Industriestadt