Kohleindustrie im Raum Borna

Tagebau Dora und Helene in Großzössen (1907–1936)

Informationen
Lage: ehem. Tagebau nw Borna, ö Großzössen
Belieferte Werke: Kraftwerk I und II sowie Brikettfabrik I und II der zum Tagebau gehörenden Großzössener Werke „Dora und Helene“
Abbauverlauf: Aufschluss des Tagebaus im Osten von Großzössen Abbau zunächst in Richtung Wyhra und Witznitz später 2 Tagebaufelder (Nord- und Südfeld)
Nordtagebau südöstlich an Großzössen im Uhrzeigersinn vorbei schwenkend – Südtagebau nordöstlich von Lobstädt
Besonderheiten: in den ersten Jahren wurde die Kohle des Unterflözes noch im Handabbau gewonnen, erst im Jahr 1911 erfolgte der Betrieb maschinell – zeitweise wurde auch im Oberflöz im Handbetrieb gearbeitet
Zugehörigkeit
1906 Duxer Kohlenverein in Dresden
1912 Duxer Kohlenverein in Großzössen
1921 Vereinigte Kohlen-Aktiengesellschaft in Borna
Pächterin: Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, Oberbergdirektion Borna
1926 Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, Oberbergdirektion Borna
1934 Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Borna
Zeitleiste
1907 Anlegen eines Entwässerungsschachtes bis in das Hauptflöz
1908 Aufschluss des Tagebaus und Förderung erster Rohkohle
1909 Bau einer Kettenbahn zum Transport des Rohstoffs zur Brikettfabrik
1910 Firma Döring & Lehrmann aus Helmstedt übernimmt Abraumbetrieb
 in den Größzössener Werken
1911 Vorarbeiten für den Aufschluss eines zweiten Abbaufeldes
1912 Bau eines Damms, um den Tagebau vor Hochwässern zu schützen
1913 Beginn der Innenverkippung des Abraumes
1914 erstmaliger Einsatz einer Gleisrückmaschine
1918 der Betrieb muss wegen der Einführung des 8-Stunden-Arbeitsstages sowie wegen des
 Mangels an Arbeitskräften infolge des Weltkrieges zeitweise eingestellt werden
1919 Einstellung des Abraumbetriebes im zweiten Tagebaufeld durch
 ungenügende Entwässerung der Hangenden
1923 Abraumbetrieb im ersten Abbaufeld wird wieder in Eigenverwaltung genommen
1924 Begradigung des ursprünglichen Wyhra-Laufs
1926 Kauf erster Güterwagen mit automatischer Kippvorrichtung, welche die Kettenbahn
 mit ihren Grubenhunten ersetzen sollen
1928 Beginn der Großraumförderung durch Bau eines neuen Kohlebunkers und Kauf weiterer E-Loks und Waggons
1929 Großraumförderung wurde am 12. Januar zunächst unter Beibehaltung der Kettenbahn
 und am 3. März vollständig in Betrieb genommen
1930 am 7. Juni bis dahin größte Abraumrutschung im Größzössener Tagebau, es gehen
 ungefähr 500 000 m3 Erde auf einer Länge von 800 m ab – Gleise, Loks und 
 Großraumwagen werden verschüttet, auch ein Bagger muss geborgen werden
1931 Rohkohleabbau droht durch Verschlechterung der geologischen Verhältnisse unwirtschaftlich zu werden
1932 Fertigstellung eines Verbindungsgleises zu den Witznitzer Kohlenwerken, über das gegenseitig Material ausgetauscht werden kann
1936 Tagebau wird von den weiteren Betriebsteilen Kraftwerk und Brikettfabrik abgetrennt und mit dem ehemaligen Tagebau der Gewerkschaft Viktoria zunächst zum
 Tagebau Lobstädt vereinigt
Weitere Hinweise
In diesem Verzeichnis: Tagebau Viktoria in Lobstädt
  Tagebau der Witznitzer Kohlenwerke
Vorhandene Chroniken: Dora & Helene: Brikettfabrik Großzössen (1908–1994)