Orts- und Flurnamenkatalog

Magdeborn

Informationen zum Ort
Lage: einst sö Markkleeberg
Ortsnamenformen: (969)[1012/18]: Medeburu; (984)[1012/18]: ad Medeburun; 1243: Meydebur; 1320: Meydebo(u)rne; 1368: Meydeborne; 1435: Meideborn; 1752: Magdeborn
Weitere Ortsinformationen: Der Ortsname Magdeborn bezeichnet zunächst die Wallanlage mit suburbialer Siedlung (9./10. Jahrhundert, Erw. 969), nahe bzw. im Bereich des späteren Gutes Kötzschwitz; nach deren Niedergang trägt nur noch die nö auf dem „Tanzberg“ gelegene Kirche diesen Namen: bereits im 19. Jahrhundert wird der Name Magdeborn auch für das unmittelbar sw gelegene Dorf Tanzberg, mit dem die Kirche eine Landgemeinde bildet, gebräuchlich; 1934 Bildung der Landgemeinde Magdeborn aus Dechwitz, Göltzschen, Gruna, Tanzberg mit Magdeborn u. Kötzschwitz sowie Göhren mit Sestewitz
Siedlungsform: ehem. Landgemeinde; aufgelockertes Gassendorf; gewannähnliche Block- und Streifenflur, 207 ha
Kirchliche Organisation: 1243: Pf. / 1322 (vor 1322) eingepfarrt: Zehmen / um 1500: Pfarrkirche(n) mit den FilK Dreiskau, Espenhain, Kleinpötzschau u. Störmthal (Archidiakonat Grimma/Mr) / Pfarrkirche(n) 1540 u. 1940; eingepfarrt Dechwitz, Göhren, Göltzschen, Gruna, Kötzschwitz, Rödgen u. Sestewitz 1540 u. 1930, Tanzberg 1840 u. 1930; FilK Dreiskau, Kleinpötzschau u. Störmthal 1540, bis 1690, Espenhain bis 1533
Gemeindezugehörigkeit: 1980 nach Störmthal eingemeindet, Flächen seit 1996 zu Großpösna
Zustand heute: 1977–1980 wegen Braunkohlentagebau (Tgb. Espenhain) devastiert, ein Großteil des ehem. Ortes wird heute vom Störmthaler See bedeckt
Hist. Lage bei OpenStreetMap: http://osm.org/go/0MDzfmo--?m=
In der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Magdeborn
Im Hist. Ortsverzeichnis: http://hov.isgv.de/Magdeborn
Weblinks: http://magdeborn.de/
Gefundene FlurnamenAnmerkungen
Alte Anlage  
Der Keller Lage: Dechwitz, am sw Ortsrand
Dollensteg Sage: am Dollensteg (nach Rödgen zu) schwarzes Kalb
Eiskeller Sage: am Eiskeller Lichter
Flecke, die Lage: Göhren, n des Wachtberges
Fußweg, Cröbernsche Sage: am Fußwege nach Cröbern, rechts bei den Arbeiterhäusern, Pferd ohne Kopf
Jungfernborn Sage: aus dem Jungfernborne (unterhalb der Kirche) steigt nachts eine weiße Frau
Kellerberg Lage: der Kellerberg ist ein künstlicher, stark mit Asche durchsetzter Hügel
Funde: wendische und frühdeutsche Scherben
Sagen: am Kellerberge spukt es, unterirdischer Gang nach der Tanzberger Kirche
Kirche Funde: auf dem Friedhofe wendische und frühdeutsche Scherben, Wallreste
Sage: unterirdische Gänge von der Kirche nach der Probstheidaer Kirche nach dem Rittergute Kötzschwitz, nach dem Spirituskeller in der „alten Anlage“
Lange Weg  
Lange Zaun Sage: am langen Zaune (nach Sestewitz zu) Kalb ohne Kopf
Nieschweg  
Sanggrube Sage: an der Sandgrube am Fahrwege nach Cröbern macht es fest
Schwarzes Feld  
Spirituskeller  
Tanzberg Lage: H 141,5 – Standort der Urkirche
Tränke, die Lage: Gölltzschen
Wachtberg Lage: H 153 – 1200 m n Tanzberg