Wiprecht von Groitzsch

Wieder in der Gunst des Kaisers

Wiprecht kehrte nach Groitzsch zurück; aber die Burgbewohner ließen ihn nicht ein, bis der Kaiser durch einen Gesandten befahl, ihm die Burg wieder zu übergeben.

Darauf zog Wiprecht mit Heeresmacht vor Leisnig. Die Burgbewohner leisteten Widerstand, und es kostete viel Zeit und Arbeit, bis er sie heraustrieb und die Burg endlich einnahm. Zur selben Zeit erhielt er vom Erzbischof Adelgot von Magdeburg die Burggrafenwürde, die mit tausend Schilden und fünfhundert Talenten ausgestattet war. Nachdem er nun all das Seine wiedererlangt hatte, zog er nach Worms, wo der Kaiser Hof hielt, und dankte ihm für seinen wiedergewonnenen Besitz. Zugleich bat er um Verleihung der Mark Lausitz und versprach dafür zweitausend Talente. Der Kaiser überlegte, daß es zu seiner eignen Sicherheit dienen werde, wenn er durch einen solchen Gunstbeweis sich einen so tapfern Mann zum Freunde mache, und verlieh ihm die erstrebte Würde, hielt ihn auch seitdem an Ehre wie an Freundschaft den andern Fürsten gleich. Bevor er ihn beurlaubte, schenkte er ihm eine Kappe und eine Dalmatika oder Tunika, sehr schöne Gewänder, die Bischof Burchard der Rote von Münster dem Kaiser verehrt hatte. So durch die Freigebigkeit des Königs ausgezeichnet, kehrte Wiprecht nach glücklicher Erledigung seiner Angelegenheiten in die Heimat zurück.

Im Jahre 1118 starb Paschalis II., der dem Pegauer Kloster auf Bitten seines Stifters Wiprecht, des nachmaligen Markgrafen der Lausitz, das erste Privilegium erteilte. An seine Stelle kam Gelasius, auch Johannes genannt. Der ward jedoch bald von den Ketzern vertrieben und entfloh mit den Seinen nach Gallien. Unter dem Kardinal Kuno, dem Bischof von Praeneste, trat in Köln ein großes Konzil zusammen, ebenso unter demselben ein anderes zu Fritzlar. Im Verein mit den Bürgern von Mainz zerstörten die Sachsen durch einen heftigen Angriff die Stadt Oppenheim und töteten an zweitausend Menschen beiderlei Geschlechts, während die Stadt auf allen Seiten in Flammen aufging. Auch die Burg Kyffhausen sank vor der Macht und Tapferkeit der Sachsen gänzlich in Trümmer, wobei viele erschlagen und unzählige verwundet wurden. Kaiser Heinrich V. kehrte aus Italien heim. Boppo von Henneberg starb. Die Flüsse traten aus ihren Ufern.

1119. Papst Gelasius 11. starb. Sieben Kardinäle, die übrige römische Geistlichkeit nebst denen, die mit Papst Gelasius vertrieben worden waren und in Gallien in der Verbannung lebten, sowie alle Bischöfe Galliens setzten den Bischof Calixtus von Vienne zu seinem Nachfolger ein. Bei Ecstein am Ufer des Mainflusses fand eine Zusammenkunft des Königs und der Fürsten des ganzen Reiches statt. Vierhundertfünfzig Bischöfe und Äbte hielten unter Papst Calixtus zu Reims eine Synode ab. Im selben Jahre entschlief im Herrn Erzbischof Adelgot von Magdeburg, der Gott und Menschen in gleicher Weise angenehm war. Ihm folgte Ruotger.