Wiprecht von Groitzsch

Die Verschwörung

1114. Um sich gegen ein nochmaliges Anrücken des Königs zu sichern, schloß Wiprecht ein Freundschaftsbündnis mit dem Pfalzgrafen Siegfried von Orlamnnde und dem Grafen Ludwig von Thüringen.

Sie verabredeten untereinander, bei Warnstedt deswegen zu einer Besprechung zusammenzukommen. Von dieser gegen den König gerichteten Zusammenkunft erfuhr Hoger und erschien unerwartet mit dreihundert Mann. Da sie ihm an Bewaffnung und Streiterzahl nicht gewachsen waren, rettete sich Ludwig durch die Flucht, Pfalzgraf Siegfried ward getötet und Wiprecht, mit vielen Wunden bedeckt, gefangen abgeführt und nach Leisnig in Gewahrsam gebracht. Auf einem Hoftage zu Würzburg ward er später in Gegenwart der Fürsten dem Könige vorgeführt, von allen zum Tode verurteilt und einem Ritter Namens Konrad von Plisna zur Enthauptung übergeben. Der zögerte aber mit der Ausführung des Befehls und schob die Hinrichtung hinaus, weil er auf günstigere Nachricht vom Könige wartete. Unterdes rieten alle Fürsten dem jungen Wiprecht er möge dem Könige Groitzsch samt allen väterlichen Besitzungen für die Zurücknahme des Todesurteils und die Freilassung des Vaters anbieten. Das that er. Der König schenkte zwar Wiprecht das Leben, ließ ihn aber ungefähr drei Jahre auf seiner überaus festen Burg Trifels gefangen halten. Daraufhin wandten sich der junge Wiprecht und sein Bruder Heinrich gegen den König auf die Seite der Sachsen und wurden deswegen mit dem Grafen Ludwig des Hochverrates schuldig erklärt. Während der Vater drei Jahre lang in Gefangenschaft saß, bargen sie sich und die Ihren, menschlichen Trostes beraubt, in den Schlupfwinkeln der Wälder.