Die Geschichte Mitteldeutschlands begann mit Wiprecht

geschrieben von Helmut Hentschel,
2010 vom Heimatverein des Bornaer Landes e. V. herausgeben, 97 Seiten.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:
http://d-nb.info/1001138392

Aus dem Inhalt:

Die Pegauer Annalen sind seit dem 12. Jahrhundert immer wieder veröffentlicht worden. Allerdings waren manche Autoren recht großzügig mit in der Auslegung des Originaltextes, so dass diese mit Vorsicht aufzunehmen sind. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass diese Historiker in den klassischen Traditionen und dem Zeitgeist ihrer Epoche verwurzelt waren. Erst allmählich begann man historische Überlieferungen kritisch zu hinterfragen.

So bemüht sich 1749 Christian Schöttgen in seiner „Historie des berühmten Helden Graf Wiprechts zu Groitzsch“ um eine möglichst objektive Wiedergabe. Seine Darstellungen lassen vermuten, dass ihm eine recht brauchbare Kopie der Annalen als Vorlage diente. Dann mehr als 100 Jahre später findet man in Pegau das Original der Annalen. Damit kommt es immer wieder zu Veröffentlichungen dieses Werkes. Inwieweit die einzelnen Autoren Zugriff auf das Original hatten, muß hinterfragt werden. Obwohl schon Schöttgen die Vornamen von Wiprechts Schwestern nennt, setzt man sich mit diesem Fakt nicht auseinander. Bis in die jüngste Zeit werden sie immer namenlos überliefert  Wieder kommt es zu einer längeren Pause, ehe die Annalen durch Hans Patze eine Würdigung erfahren. Erst durch eine Veröffentlichung zu Wiprecht von Groitzsch durch den Heimatverein des Bornaer Landes 1994 rücken die Annalen wieder in den Blickpunkt des Interesses. Es folgen weitere, angefangen mit seriösen bis hin zur Raubritterballade. Auch in der wissenschaftlichen Forschung tut man sich schwer, überregionale Zusammenhänge herauszuarbeiten.

Anliegen dieser Veröffentlichung ist es, nach Antworten zu suchen, mögliche Querverbindungen aufzuzeigen und auf Zusammenhänge hinzuweisen. Was jedoch historisch verwertbar oder Sage bleibt, muss die Forschung herausfinden. Dazu ist es aber auch notwendig, die Pegauer Annalen neu zu übersetzen. Vielleicht helfen die Überlegungen eines Laien, der Wiprechtforschung neue Impulse zu geben.

An dieser Stelle möchte ich all denen zu danken, die mich ermutigt haben, sich an ein derart schwieriges Thema heranzuwagen und es zum Abschluss zu bringen. Besonderes Lob verdient Herr Tylo Peter, der mir immer uneigennützig geholfen hat. Aber auch meine Mitstreiter im Heimatverein des Bornaer Landes verdienen Dank. Insbesonders war es Herr Dr. Hans-Jürgen Ketzer, der mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Ebenso meiner Familie sowie Frau Monika Mail, die mich bestärkt haben, diese Arbeit zu veröffentlichen, gilt mein Dank.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Monolog
Mein Anliegen
Die Überlieferungen
Auf Spurensuche
– Dichtung und Wahrheit?
– Das Königsgrab von Seddin
– Der große Kummersch
– Vineta oder die Stadt Jumneta
– Sagen als historische Quelle
– Nord- und Mitteleuropa um 1000
– Das Reich der Ottonen und Salier
– Das Herzogtum Sachsen
– Dänemark im Hochmittelalter
– Das Königreich Haithabu
– Gorm, der Alte
– Harald Blauzahn König von Dänemark und Schweden
– Sven Gabelbart
– Ein multifunktionaler Wirtschaftsraum
– Die Ostsee – ein vergessener Kulturraum
– Handelsimperien und -Zentren
– Die Jomswikinger und ihre Herrschaft
– Die Kiewer Rus
– Handelszentren zwischen Elbe und Oder
– Wolin – das Troja des Nordens
– Das Obodritenreich
– Der Liutizenbund
– Die Heveller
– Schlussbetrachtungen
Zwischen den Fronten
– Der sächsische Hochadel
– Die Billunger und Brunonen
– Die Udonen
– Ein Kindesmord und seine Folgen
– Die Überlieferung
– Herlibo (II)
– Wolf
– Quo vadis Zwetibor?
Die Wiprechtiner
– Wiprecht I.
– Die Franken und Sorabien
– Die Regensburger Kirche
– Bayern contra Sachsen
– Die Grafen von Burglengenfeld
– Sigenas zweite Ehe
– Die Veltheimer
– Sigena am Anfang der Wittelsbacher
– Auch Historiker können irren
– Epilog
Eine Herrschaft wird aufgebaut
– Der schwierige Anfang
– Die Udonen in der alten Mark Zeitz
– Ein Kampf um Groitzsch
– Böhmen – Flucht oder politisches Kalkül?
– Der Aufstieg
– Die Abrechnung
– Klosterbau und Kolonisierung
– Wiprecht als Reichsfürst
– Resümee
Eine Doppelhochzeit und ihre Folgen
– Die Überlieferungen
– Die Grafen von Weimar-Orlamünde
– Die sächsische Fürstenopposition
– Die Witwen der Markgrafen
– Die Ehen der Töchter Ottos
– Der zweite Weimarer Erbstreit
– Das Erbe
– Die Chronologie einer Verschwörung
– Die Verschwörer – ihre Biografien
– Graf Hoyer von Mansfeld und seine Herrschaft
Ein Neubeginn
– Ein gefährlicher Rivale – Wiprecht III.
– Wie Phönix aus der Asche
– Die Geächteten
– Die Nachfahren
– Das Haus Wettin-Groitzsch
– Das Haus Abenberg