Hochzeitsbrauchtum im Bornaer Land

In der Kirche

Während des Ganges zum Altare streuen die Blumenstreumädchen Blumen. Die Kissenträger legen ihre Kissen auf den Stufen des Altars nieder. Das Brautpaar setzt sich auf die mit einer Girlande geschmückten Stühle. Die Girlande hat die Schneiderin des Brautkleides zu binden (Pegau). Links rechts davon nehmen auf dem von Freundinnen (Pegau) oder der Dorfjugend (Elstertrebnitz) geschmückten Altarplatze die anderen Teilnehmer Platz. Man singt gemeinsam ein Gesangbuchlied und der Pfarrer hält die Traurede. Darauf folgt die Einsegnung: das Paar kniet auf den Kissen nieder und der Pfarrer steckt ihnen die Ringe, in die indessen zum Verlobungsdatum der Tag der Trauung eingraviert worden ist und die man dem Pfarrer vor Beginn der kirchlichen Handlung ausgehändigt hat, erneut an, dieses Mal aber an die Goldfinger der rechten Hände. Beim Zusammenlegen der Hände ist wichtig, wer die Hand oben drauf hat. Bei wem dies der Fall ist, der wird führend in der Ehe sein (Hagenest). Den feierlichen Abschluß bildet dann ein Festgesang des Kirchenchores oder des Gesangvereins, sofern ein solcher mitwirkt. Beim Herausgehen aus der Kirche ist zu beachten, daß man den rechten Fuß zuerst auf die Schwelle setzt. Wem dies von den beiden gelingt, der wird der wahre Herr im Hause sein (Deutzen, Kitzscher-Dittmannsdorf).

Traubibeln

Früher wurden allgemein den Brautpaaren sogenannte Traubibeln ausgehändigt. z. B. in Gatzen, Ramsdorf und Ruppersdorf. Auch in Elstertrebnitz. In Ramsdorf bis etwa 1890, In Trachenau bis 1924. In Gatzen und Groitzsch erfolgt dies nur noch hier und da, in Stöntzsch auf besonderen Wunsch und in Hain dann, wenn das Bräutpaar eine gekauft hat. Trachenau gab in den Inflationsjahren nur das Neue Testament.