Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Vom Dreikönigstag oder Hohneujahrstag

Die Bezeichnung Dreikönigstag ist überall bekannt, aber nicht gebräuchlich. Allgemein heißt er Hohneujahr. Seltener Oberneujahr oder Überneujahr (mundartlich Übernaugahr wie in Ruppersdorf); so in Borna, Elstertrebnitz, Hopfgarten, Michelwitz, Pulgar, Ramsdorf, Roda, Ruppersdorf.

Der Vorabend gilt nach dem Heiligen Abend und dem Silvesterabend auch als dritter Heiliger Abend (Roda und Syhra).

Da der Tag kein gesetzlich geschützter Sonntag mehr ist, läßt man ihn sehr viel als gewöhnlichen Werktag verstreichen. Nur kirchliche, bäuerliche und bürgerliche Kreise feiern ihn noch, die kirchlichen am meisten. Aber auch in kirchlichen Kreisen verliert der Tag immer mehr. Nicht in allen Kirchen wird Gottesdienst mehr gehalten. Die Zusammenlegung von Pfarreien ist zum Teil Schuld daran: in Roda seit 1918, in Oelzschau seit 1924. Nur Lobstädt berichtet noch von Abendmahlsgottesdienst. Ein besonderes Essen ist nur noch in Roda üblich, aber auch da nur noch wenig. Es gibt da wieder einmal ein Heringessen. Besondere Gebäckstückchen stellt man in Auligk und Ramsdorf her: in Auligk aus Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln, in Ramsdorf aus Kartoffeln und Mehl. Die Auligker nennen ihre Speise Bolzche, die Ramsdorfer Balzie. Eine besondere Weihe genießt der Tag nur noch in Trachenau. Und  zwar hier durch das Krippesingen der Dorfjugend vor der Krippe im Friedrichstift, wofür die Sänger Pfefferkuchen erhalten.

Sonst hat der Tag nur noch Bedeutung, dass viele ihre Weihnachtsbäume ableeren; so in Borna, Greifenhain, Großzössen, Bad Lausick und Trages.