Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Unheilige Arbeiten

Solche sind im Hause: Große Wäsche, Wäsche auf die Leine hängen, Kopf bzw. Haare waschen, Haare und Nägel verschneiden, Betten überziehen, Füße waschen, baden, etwas durchs Fenster reichen, lüften, flicken, etwas am Leibe annähen, Garn spinnen, Gänse rupfen, Strohseile machen, im Garten tätig sein, Ställe ausmisten, auch Hühnerställe, Vieh verkaufen, Asche, Jauche oder Dünger fahren. Übertretung der Gesetze bringt Unglück, sagt man allgemein. Im Besonderen sind folgende Folgen zu gewärtigen.

Bei großer Wäsche: Krankheit (Deutzen, Elbisbach), es stirbt ein Verwandter (Breunsdorf, Regis). Bei Leine aufmachen: man hängt ein Stück Vieh mit auf (Borna, Roda). Bei Kopf bzw. Haare waschen und schneiden: Kopfschmerzen (Frauendorf, Hain) Ausschlag, Haare gehen aus (Altmörbitz, Breunsdorf). Bei Nägel verschneiden: böse Hände, schlimme Füße (Altmörbitz). Bei Bettwäsche wechseln: Tod (Breunsdorf). Bei etwas am Leibe annähen: man näht sich die Sorge an, hat eine Operation zu gewärtigen (Prießnitz). Bei Strohseile machen: „Das gibt einen Knoten im Leben, d. h. es wird im kommenden Jahre nicht alles glatt gehen“ (Nauenhain).

Bei Ställe ausmisten: man treibt das Vieh mit aus dem Stalle (Regis-Breitingen). Bei Vieh verkaufen: man verkauft damit zugleich das Glück. Bei Jauche fahren: eine kleine Leiche. Bei Mist fahren: eine große Leiche (Pulgar). Es bringt Unglück mit dem Vieh (Altmörbitz, Ramsdorf, Hagenest u. a.). Man fährt ein Stück Vieh mit aufs Feld (Roda). Fragt man nun, ob man noch daran glaubt, so muß man antworten: mit Ernst nur noch selten, aber man meidet die Arbeiten, so sehr man kann. Und darin liegt wohl auch ihr Wert: es soll erstrebt werden, einmal 12 Tage richtig auszuruhen im Jahreslauf der Arbeit.