Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Der Bauer und seine Obstbäume

Wer wollte leugnen, daß sie nicht zusammen gehörten. Die Obstbäume spenden dem Bauer im Sommer und Herbst, der Bauer beschenkt seine Bäume am Heiligen Abend. Er tut dies in manchen Orten, und zwar so, daß man Strohseile um die Stämme wickelte. In Ossa tut man es noch heute in der Nacht von 12–1 Uhr, in Roda schon gegen 10 Uhr. Aber auch hier ist ein Rückgang zu verzeichnen. In Breunsdorf, Lippendorf, Lobstädt und Seifersdorf üben den Brauch noch einzelne Bauern. In Borna, Hagenest, Ramsdorf und Schönau ist schon nicht mehr. Und auch in Roda ist es nicht mehr wie ehedem, da man Gärten sehen konnte, in denen jeder Baum umwunden war.

Die Schönauer Bauern pflegten die Bäume außer mit Strohseilen auch noch mit etwas Jauche zu beschenken.

Und weshalb die Gaben? Um die Tragbarkeit der Bäume zu erhöhen, wie man in Borna, Breunsdorf, Ramsdorf und Schönau berichtet. Besonderen Erfolg versprachen sich Rodaer von dem Brauch, wenn man im Hemd hinaus in den Garten ging und die Strohseile anlegte.

In Altmörbitz, Gnandstein, Rüdigsdorf schüttelt man am Heiligabend die Bäume. In Lippendorf tat man das erst in der Silvesternacht. In Geithain warf ein Bauer Pfennige in den Brunnen. Er tat es auch am Heiligen Abend. Zweck: Damit das Wasser nicht alle wird.