Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Die Weihnachtsbäckerei

Weihnachtsgebäck ist überall der Stollen: Mandel- und Rosinenstollen. Zu gleicher Zeit bäckt man in zahlreichen Fällen auch noch Kuchen. Hopfgarten liebt Kartoffelkuchen. Den Kuchen ißt man gleich weg. Den Stollen dagegen schneidet man im allgemeinen erst am Heiligen Abend oder am 1. Feiertag an, Ausnahme bildete hier und da nur der sogenannte Kostestollen. Es drängt doch die Hausfrauen zu wissen, ob der Stollen geraten ist oder nicht, möchte aber nicht gern so lange bis Weihnachten warten, denn der Backbetrieb beginnt für manche schon 3 Wochen vor dem Feste. Unangenehm ist es, wenn der Stollen nicht geraten ist. Schliffbackens, Verbrennen, Bröckeln oder gar Zerbrechen deutet vielerorts auf Unglück in der Wirtschaft, Krankheit oder Tod in der Familie oder in der Verwandtschaft.

Ein eigenartiger Brauch hat sich erst in neuerer Zeit in Bad Lausick herausentwickelt: man soll bei möglichst vielen Bekannten Stollen essen: jede Sorte bedeute einen „guten Monat“ im nächsten Jahre, d. h. einen Monat, in dem man ohne sonderliche Anstrengung billig auf Kosten anderer leben kann.

Neben den Stollen tritt als Weihnachtsgebäck noch Pfefferkuchen auf. Als Herzen, Sterne, Ringe, Hänsel und Gretel, Reiter, Krüge, Körbe, Glocken, Tafeln, Männer und Frauen kommt er auf den Weihnachtstisch. Man formt ihn mit Hilfe so genannter Ausstechformen. Sehr oft kauft man den Pfeffer- und Lebkuchen aber auch beim Bäcker, läßt ihn sich von Nürnberg kommen oder bringt ihn von Pulsnitz mit, wo zur Zeit dauernd sächsische Gemeinderäte zur Schulung weilen.