Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Adventsbräuche

Der Adventskalender hat sich in vielen Orten eingebürgert. Nur Beucha, Cöllnitz, Elbisbach, Elstertrebnitz, Frauendorf, Frohburg, Heuersdorf, Großstorkwitz, Hain, Kreudnitz, Lauterbach, Mölbis, Neukirchen, Niedergräfenhain, Pulgar, Ruppersdorf, Schönau, Syhra und Trachenau berichten nichts davon. Zumeist werden die Kalender selbst hergestellt. Auch hier ist ein starker Einfluß der Schule spürbar. So beispielsweise in Pötzschau,Prießnitz, Nauenhain, Greifenhain, Großzössen, Hagenest. Daneben finden aber auch solche der Buchhandlungen Verbreitung. So vorwiegend in Altmörbitz, Borna, Lobstädt, Hauenhain. Verbreitet sind sie vereinzelt in Prießnitz, da nur in der Schule. Nur wenig in Nauenhain, Ebersbach, Hainichen, Hopfgarten und Seifersdorf. Mehrfach in Kohren, Hohndorf. Teilweise in Borna, Breunsdorf, Buchheim, Deutzen, Lippendorf, Ramsdorf. Zahlreicher finden sie sich in Auligk (da bei der Hälfte der Einwohnerschaft!), Kitzscher, Stöntzsch, Nauenhain und Trages.

Aufgekommen sind sie auch erst nach dem Weltkriege. In Hagenest etwa 1930, in Eula etwa 1933, in Flößberg, Geithain und Wyhra ebenfalls. In Greifenhain waren sie vor 30 Jahren völlig unbekannt.

Adventshäuschen, Adventskronen und Adventsrosen

Sie finden sich nur spärlich im Kreise: je ein Stück in Trages, in Oelzschau und in Benndorf. Die Oelzschauer Adventskrone zählt 8 Engel. Adventslaternen sind schon zahlreicher, bedingt durch den Werkunterricht der Schulen und das erhöhte Angebot seitens der Buch- und Schreibwarenhändler. Gebaut wurden welche aus Karton oder Holz in Altmörbitz, Audigast, Auligk, Cöllnitz, Hagenest, Michelwitz, Ramsdorf, Wyhra, wohl aber auch in anderen Orten. Kohren begnügte sich früher mit Papierlaternen. Noch zahlreicher sind, da leichter zu beschaffen, Adventslichte. Man befestigt sie auf einfache Weise in halben Kartoffeln – so in Gatzen, Bad Lausick, Nauenhain, Ramsdorf – Äpfeln und Streichholzschachteln. Die Lichthalter werden meist in rotes, seltener in buntfarbiges Papier gehüllt und geben so ein geschmackvolles Aussehen. Auch in hohle Kürbisse werden Lichte gestellt, die Kürbisse vorher aber mit Augen-, Nasen- und Mundöffnung versehen und diese wieder mit buntem durchscheinendem Papier überklebt wie in Ossa, Pötzschau, Regis-Breitingen. Es treten diese Kürbislichter anderwärts mehr im Herbste in Erscheinung, wenn die Kürbisse geerntet werden. In Nauenhain nimmt man auch Zierkürbisse als Lichtträger, in Lippendorf Tannenzapfen.

Adventssingen und Adventsläuten

Adventssingen war 1935 üblich in Ausgast, in Cöllnitz, Eula, Frohburg, Gatzen, Geithain, Hagenest, Hohndorf, Bad Lausick, Ramsdorf. Die Cöllnitzer und Hagenester zogen in dem Jahre erstmalig mit Adventslaternen durch die Dörfer ihres Schulbezirkes. Die Gatzener Christschar sang auch bei alten Leuten. Die Hohndorfer Kurrende wird bei dieser Gelegenheit von Bauern mit Kaffee und Kuchen bewirtet oder mit Geld beschenkt. Die Ramsdorfer erlebt Bewirtung und Beschenkung am 1. Feiertag. Die Geithainer singt nur am Heiligen Abend. Ein besonderes Adventsläuten ist nur in Frohburg üblich. Auch in Hainichen, Kreudnitz, Syhra und Schönau nachts von 12–1 Uhr. In Hohendorf mit allen 3 Glocken 1 Stunde lang, in Roda 11–12 Uhr Mitternachtsläuten.

Turmblasen finden regelmäßig nur in Deutzen und in Bad Lausick statt. In Gatzen macht man in unregelmäßigen Zeitabschnitten einmal Turmmusik. In Deutzen seit einiger Zeit. Der Oberfrankenhainer Posaunenchor bietet am Heiligen Abend zeitweilig Choräle und Volkslieder.

Die grünen, kupfernen, silbernen und goldenen Sonntage

So hat man die 4 Adventssonntage getauft. Allgemein sind nur die letzten 3 bekannt, den grünen hat nur Rötha. Als Deutung wird allgemein der steigende Geldumsatz der Geschäfte genannt. In Seifersdorf erläutert man die Namen so: am 2. Advent gibt man nur Kupfermünzen aus, am 3. silberne und am 4. goldene.

Ein besonderer Brauch

Er ist in Hain gebräuchlich und ist auch ein Orakelbrauch. Man nimmt 4 Nüsse als Vertreter der 4 kommenden Jahreszeiten und legt sie in eine Reihe. In welcher Nuß nun ein schlechter, ein schwarzer Kern ist, in der Jahreszeit wird einem Krankheit zustoßen.