Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

Adventskränze und -sterne

Adventskränze gibt es in jedem Orte, besonders in Frohburg und Mölbis. Allgemein verbreitet – wie etwa der Weihnachtsbaum – sind sie nicht. Vor allem zieren sie vom 1. Advent an bis zum Feste die Schulen. Hier sind sie allgemein zu finden. Vereinzelt auch in Kirchen und in Pfarrhäusern. Die Kränze bindet man selbst aus Fichtenreisig. Städter kaufen sie jedoch auch beim Gärtner. Diese nehmen oft Kiefer. Man verziert sie mit roten Bändern und vier roten Kerzen, in manchen Fällen auch mit Zapfen. In Elstertrebnitz und Bad Lausick ist die Lichterzahl verschieden. In Eula sind es in der Regel vier. Es sind aber auch mehr Kerzen sind möglich. Am 1. Advent wird meist eine Kerze angezündet, am 2. Advent zweie, am 3. dreie, am 4. vier! Jeden Sonntag eine anzuzünden ist üblich in Hopfgarten, Lippendorf, Ossa, zuweilen auch in Hainichen und Regis-Breitingen. Es werden in einigen Orten auch gleich alle vier angezündet (Görnitz, Großzössen, Michelwitz, Mölbis, Oelzschau und Seifersdorf).

Der Brauch einen Adventskranz aufzuhängen oder aufzustellen, ist fast durchweg erst nach 1918 aufgekommen. In Elbisbach schon seit 1904 und in Niedergräfenhain 1910. In Auligk soll er früher auch schon einmal üblich gewesen sein, dann aber in Vergessenheit geraten sein. Seit dem Kriege ist er auch da wieder lebendig. In Hopfgarten war er schon immer, in Witznitz seit langem, in Hainichen wenigstens altbekannt. In vielen Fällen haben Lehrer diesen Brauch wieder zum Leben erweckt und eingeführt. So in Audigast, Auligk, Beucha, Borna, Deutzen, Elstertrebnitz, Eula, Gatzen, Hagenest, Hohndorf, Niedergräfenhain, Oberfrankenhain, Oelzschau, Pötzschau, Prießnitz, Regis-Breitingen und Roda. In Hain, Kreudnitz und Ramsdorf sind Pfarrer und kirchliche Vertreter die ersten gewesen. Nach Ossa hat ihn 1920 die Rittergutsherrschaft gebracht. In den Städten haben Blumengeschäfte dafür geworben. Auligk, Eula, Roda und Stöntzsch melden erzgebirgischen Einfluss. Pötzschau ist durchs Vogtland angeregt worden. Zur Zeit hat er in mäßiger Zahl alle Schichten der Bevölkerung ergriffen, jedoch so, dass ihm die Schaffenden der Stirn mehr huldigen als die Schaffenden der Fäuste. Doch ist überall eine Weiterverbreitung zu beobachten. Bedingt vor allem durch die Schule. Nur in Hainichen ist ein Rückgang zu verzeichnen gewesen.

Seltener als der Adventskranz tritt der Adventsstern auf. Am 1. Advent erstrahlt er in den Kirchen zu Rüdigsdorf, Beucha, Borna, Breunsdorf, Großstorkwitz, Bad Lausick, sowie in den Schulen in Rüdigsdorf und Oelzschau. Sonst ist er vereinzelt zu finden bei einer Greitschützer Familie, die aus dem Erzgebirge stammt, bei einer Familie in Lobstädt, bei den Pfarrern zu Michelwitz und Pötzschau, beim Arzt und beim Lehrer in Oelzschau, sonst noch in einigen Familien in Auligk (hier in 3 Familien), in Hopfgarten, Bad Lausick, Lippendorf, Mölbis, Nauenhain, Pödelwitz, Prießnitz und Rötha. Verhältnismäßig viel hat Oberfrankenhain: 8. Die Oelzschauer Kinder bauten vor einigen Jahren welche zusammen; sie hielten aber nicht lange. Auch die Schule Hagenest besaß 1933 einen. Er ging aber ebenfalls bald auseinander. In Groitzsch hatte 1932 erstmalig ein Bäckermeister einen Adventsstern.

Die Sitte, einen Adventsstern aufzuhängen, ist ebenso jung wie die des Adventskranzes. Nur in Borna soll sie alt sein.