Altes Weihnachtsbrauchtum im Bornaer Land

1998 vom Heimatverein des Bornaer Landes e. V. herausgegeben.

Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:
http://d-nb.info/955694019

Aus dem Inhalt:

Der Heimatverein des Bornaer Landes e. V. sieht es für eine seiner Aufgaben an, das Wissen um altes Brauchtum wachzuhalten. Durch seine Veröffentlichungen will er dazu beitragen, daß diese nicht verloren geht. Genauso wie alte Bürger- und Fachwerkhäuser, Parks und Herrenhäuser sowie Boden- und Flurdenkmale gehört das Volksleben mit allen seinen Sitten und Bräuchen zu dem uns überlieferten kulturellen Erbe. Wie unsere Vorfahren lebten und arbeiteten, wie sie ihre Feste vorbereiteten und feierten, darf uns nicht gleichgültig sein, weil es die Wurzeln unserer Identität sind.

Brauchtum unterliegt einem fortwährenden Wandel. Es verändert sich, nimmt neue Elemente auf und läßt die verschwinden, für die es in der heutigen Zeit keinen Bezug mehr gibt. Beste Beispiele dafür sind die Bräuche und Sitten zur Weihnachtszeit. Weihnachten ist so tief in der Seele des Volkes verwurzelt, daß ihm der Zeitgeist wenig anhaben konnte, obwohl gerade das Weihnachtsbrauchtum einem starken Wandel unterliegt, wie besonders die letzten Jahrzehnte gezeigt haben.

1936 haben Lehrer im Auftrag der Landesstelle für Volksforschung das sächsische Weihnachtsbrauchtum erfaßt und dokumentiert. Für die ehemalige Amtshauptmannschaft Borna hatte Max Liebig, Lehrer in Hagenest, die Auswertung übernommen. Der Heimatverein des Bornaer Landes e. V. veröffentlicht diese Erhebung bis – auf zeitbedingte Änderungen – in unveränderter Form. Beim Lesen wird man merken, daß manches, was vor 60 Jahren festes Brauchtum war, verschwunden ist. Anders wiederum, welches die Arbeiter und Angestellten der Großbetriebe aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, ist heute unverzichtbarer Bestandteil unseres Weihnachtsfestes.

Vielleicht hilft diese kleine Schrift, daß Vergessenes wiederbelebt wird, damit mit dem die Weihnachtszeit ihren Reiz uns ihre Faszination behält und nicht zum bloßen „Geschenkweihnachten“ verkommt.

Inhaltsverzeichnis
Vom Andreastag, dem 30. November
Zum Nikolaustag, dem 6. Dezember
Vom Weihnachtsmann
Von Adventskränzen und Adventssternen
Vom Adventskalender
Von Adventshäuschen, Adventskronen, Adventsrosen, Adventslaternen und sonstigen Adventslichtern
Adventssingen und Adventsläuten
Die grünen, kupfernen, silbernen und goldenen Sonntage
Von Christvespern und Christmetten
Vom Weihnachtsbaum
Von Weihnachtspyramiden
Von erzgebirgischen Figuren
Lichthäuser
Von den Pflaumentoffeln
Von Erbsenhäusern und Schmetterlingen
Von Weihnachtsbergen
Von Weihnachtskrippen
Wann wird beschert?
Das Heiligabendessen
Auch der Tiere gedenkt man am Heiligen Abend
Der Bauer und seine Obstbäume
Weihnachtsgebäck
Glaube am Heiligen Abend und in den 12 Nächten
Träume in den 12 Nächten
Anderweite Orakel
12 Nächte und Hühner
Unheilige Arbeiten
Sylvester
Neujahr
Vom Dreikönigstag und Hohnneujahrstag
Anhang von Tylo Peter
– Von der Herkunft des Christbaumes
– Der Pegauer Christmarkt vor 120 Jahren
– Umgang mit dem Weihnachtsbaum
– Praktische Winke
– Eine Gans zu schlachten und zu braten
– Elisenlebkuchen

Weitere Informationen im Südraumarchiv

Auf der nachfolgenden Seite finden Sie die Originalabschriften von Max Liebig aus dem Jahr 1936.