Neukirchen-Wyhra, seine Braunkohle, Anfang und Ende

Wie ging es weiter?

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts begann eine Entwicklung, eine Entwicklung der Tagebautechnik, die den Energiehunger der sich entwickelnden Industrie befriedigen konnte. Der I. und der II. Weltkrieg und deren Ergebnisse beschleunigten das. Besonders nach dem II. Weltkrieg als für die Ostzone und später für die DDR kein anderer Energieträger in nennenswertem Umfang zur Verfügung stand, wuchs die Fördermenge stark an. Es wurde Landschaft in Anspruch genommen. Am Ende dieser Entwicklung und mit dem Übergang zu anderen Energieträgern entstand eine neue Landschaft, die dem Raum zwischen Borna und Leipzig einen völlig neuen Charakter verleiht, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten beinhaltet.

Im Jahr 1935 feierte der Debriv, der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein sein 50-jähriges Bestehen, und, wie es zu Feierlichkeiten üblich war und heute auch noch ist, wurde eine Festschrift verfasst. In dieser wird festgestellt:

In Neukirchen hatte im Jahre 1881 der damalige Besitzer des Ritterguts Neukirchen den Bergbau aufgenommen. Weiter heißt es dort, um die Versorgung der Brikettfabrik sicherzustellen, wurde das Werk 1893 mit dem 1892 in Förderung gekommenen Tagebau der Grube Wyhra, dem ersten größeren Tagebau des Nordwestsächsischen Reviers mit der Brikettfabrik Neukirchen vereinigt. Gleichzeitig wurde der Aufschluß eines neuen Tagebaues in Wyhra in Angriff genommen.

Abschließend wird festgestellt: Damit war der erste Großbetrieb im Tagebau im Bornaer Revier entstanden. Neukirchen-Wyhra ist also der Geburtsort des modernen Braun­kohlen­tagebau­betriebes im Nordwestsächsischen Revier!

Relikte des Bergbaus in Neukirchen-Wyhra
Anlagen der Brikettfabrik an der B 95 (Cult, ehem. Gaststätte „Zeche 2“, ehem. Fitnessstudio „Walhalla“)
Wanderwege auf den Trassen der ehemaligen Kohlenbahnen
mit Wildwuchs besetzter Ansatzpunkt des Schachtes Wyhra nördlich des Artelt-Neuholländers (Windmühle)
das Symbol des Bergbaus „Schlägel und Eisen“ an Wohnhäusern, z. B. an der Nenkersdorfer Straße 9 in Neukirchen
Geländesprung unmittelbar östlich des Weges Wyhra-Gewerbegebiet Blumroda, entstanden, weil man mit dem Tagebau Petergrube aus sicherheitstechnischen Gründen nicht in das Tiefbaufeld der Tiefbaugrube Wyhra einschneiden wollte und bei der Wiederverkippung des Tagebaus wegen Mangel an Massen die alte vorbergbauliche Geländehöhe nicht wieder herstellte.