Wirtschaftsgeschichte der Witznitzer Kohlenwerke

Explosion im Kesselhaus

In der Brikettfabrik Witznitz ereigneten sich immer wieder Kohlenstaubexplosionen. Schon das Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen aus dem Jahr 1916 berichtete von mehreren Verpuffungen infolge von Stempelreibung und Funkenbildung, die sich durch die Förderschnecke bis an die Entstauber der Firma Beth fortsetzten, wobei diese teilweise ausbrannten. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Das bis dahin größte Unglück ereignete sich am 14. April 1942, als im Kesselhaus des Kraftwerks die vordere obere Trommel des Kessel 6 explodierte und zerstört wurde. Die benachbarten Kessel 5, 7, 8, 9 wurden dabei so stark beschädigt, dass sie abgebrochen werden mussten.

Infolge der festgestellten Schäden kam die Produktion in der Brikettfabrik zum Erliegen. In der zweiten Hälfte des Jahres konnte durch allmähliches Zuschalten der Kessel 1 bis 4 sowie des Kessels 10 die Brikettproduktion auf die Hälfte des ursprünglichen Niveaus angehoben werden. Im Vorjahr wurden 336 936 t Briketts ausgebracht.

Bereits im August 1942 konnte mit dem Bau eines neuen Kesselhauses begonnen werden. Es sollte drei Hochleistungskessel der Firma Leutgens aus Düsseldorf aufnehmen. Der Neubau entstand nördlich der havarierten Anlage; die Arbeiten erfolgten parallel zum Betrieb im alten Kraftwerk.