Wirtschaftsgeschichte der Witznitzer Kohlenwerke

Hier ist die DEA!

Ab dem November 1921 wurden die Witznitzer Kohlenwerke von der Deutschen Erdöl-AG (DEA) gepachtet. 5 Jahre später gingen der Tagebau und die Fabrik vollständig im DEA-Konzern auf; zum 1. Januar 1927 fusionierte die Deutsche Erdöl-AG mit der Vereinigten Kohlenwerke AG, der die Werke gehörten.

Um Altenburg war das Unternehmen bereits seit 1916 aktiv, indem es Anteile an der Rositzer Braunkohlenwerke AG und der Gewerkschaft Regiser Kohlenwerke übernahm. Danach ging man schnell zur Übernahme weiterer Produktionsstätten über. Der Kauf von Gruben und Braunkohlenwerken hielt bis Mitte der 1920er Jahre an.

In Folge dessen, teilten die privaten Aktiengesellschaften Deutsche Erdöl-AG (DEA) und Niederlausitzer Kohlenwerke AG (NKW) des Petschek-Konzerns, sowie der Staatskonzern ASW, Aktiengesellschaft Sächsische Werke, das Bornaer Revier unter sich auf. Als regionale Unternehmen blieben zunächst die Braunkohlenwerke Borna AG, die Gewerkschaft Viktoria in Lobstädt und die Bleichert’schen Werke mit der Brikettfabrik in Neukirchen erhalten.

Im November 1938 wurden die mitteldeutschen Betriebe der DEA in die Zweigniederlassung Borna integriert und von hieraus verwaltet. Um Borna gehörten die Werke Dora und Helene in Großzössen, die Regiser Kohlenwerke, die Ramsdorfer Braunkohlenwerke, die Schwelwerke Regis, ab 1934 auch die Lobstädter Brikettfabrik Viktoria und eben die Witznitzer Kohlenwerke der Deutschen Erdöl-AG. Vom 1. April 1940 an trug die Zweigniederlassung Borna die Bezeichnung Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, Verwaltung der Braunkohlenbetriebe Borna.

1945 beschlagnahmte die sowjetische Besatzungsmacht die mitteldeutschen Werke der DEA. Die Witznitzer Kohlenwerke wurden wenig später ein volkseigener Betrieb, damit war auch die Zweigniederlassung Borna Geschichte. 1948 wurde der Sitz der DEA-Gesamtgesellschaft von Berlin nach Hamburg verlegt.

Weitere Informationen zur DEA:

Am 10. Januar 1899 wurde die Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft mit Geschäftssitz in Nordhausen gegründet. Unter verschiedenen Rohstoffen wurde Öl und die Ölverarbeitung schnell zum Geschäftsschwerpunkt, so dass sich das Unternehmen 1911 in Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA) umbenannte.

Die Beteiligung an der Gewinnung von Heiz- und Treibölen sowie von Schmierstoffen und Paraffinen aus Braunkohle gewann mit den Bestimmungen des Versailler Vertrags an Bedeutung als fast die gesamte Rohölbasis des im 1. Weltkrieg unterlegenen Deutschen Reiches wegbrach. Dadurch entwickelte sich die DEA zu einer Bergbaugesellschaft.